STOFFE/ANALYTEN | Von der Einzelsubstanz bis zum Summenparameter – vollständig dokumentiert

Geändert am Mi, 6 Mai um 11:50 VORMITTAGS

1 Zweck des Moduls "Stoffe/Analyten"

Das Modul Stoffe/Analyten ist das zentrale Stammdatenverzeichnis aller Stoffe, Analyten und stoffbezogenen Kennwerte in AUDITTRAILS. Es bildet die inhaltliche Grundlage für jeden Prüfschritt im LIMS: Was wird analysiert oder bestimmt?

Der Begriff "Analyt" umfasst dabei mehr als nur chemische Einzelsubstanzen. Das Modul unterscheidet:

  • Analyten (Einzelsubstanzen) – chemische Stoffe mit eindeutiger Identität, z. B. Atrazin, Blei, Cholesterin. Diese verfügen in der Regel über CAS-Nummer, EG-Nummer, InChI-Identifier und SMILES-Code.
  • Summenparameter – Kennwerte, die keine Einzelsubstanz, sondern eine Summe oder Gruppe erfassen, z. B. Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB), Adsorbierbare organische Halogenverbindungen (AOX), Mineralöl C10–C40 oder mikrobiologische Sammelkategorien wie Coliforme Bakterien. Diese werden als Stoff/Analyt angelegt, weil das jeweilige Nachweisverfahren kein Ergebnis auf Einzelsubstanzebene liefert – es bestimmt ausschließlich den Summenparameter als Ganzes. Das Verfahren lässt keine weitere Artbestimmung zu. Die zugehörige Stoffe-/Analytengruppe kann dabei gleichlautend mit dem Summenparameter benannt sein – z. B. "Coliforme Bakterien" als Gruppe und "Coliforme Bakterien" als Analyt.

Darüber hinaus bietet das Modul eine anmodellierte Basis für ein Gefahrstoffkataster: Für Stoffe, die im Labor nicht nur analysiert sondern auch physisch gelagert werden, können Lagerklasse, Lagerort und Lagermenge direkt am Analyten dokumentiert werden. Die vollständigen gesetzlichen Anforderungen an ein Gefahrstoffkataster sind damit noch nicht abgedeckt – die Felder stellen aber eine sinnvolle und praxisnahe Grundlage dar, die organisch aus dem Bedarf entstanden ist.

Gemäß ISO/IEC 17025 und ISO 15189 müssen Laboratorien die in Prüfschritten verwendeten Stoffe und Analyten eindeutig identifizierbar und rückverfolgbar dokumentieren. Das Modul unterstützt dies durch international anerkannte Identifikatoren wie CAS-Nummer, EG-Nummer, InChI und SMILES. Für Organisationen die parallel ein ISMS nach ISO 27001 betreiben, bilden die strukturierten Stammdaten zudem eine verlässliche Datenbasis für Risikobetrachtungen im Umgang mit Gefahrstoffen.


2 Übersicht der Stoffe/Analyten

Zur Listenansicht gelangen Sie über Ressourcen → Prüf-/Untersuchungsstammdaten → Stoffe/Analyten.

Die Liste zeigt alle Analyten mit den Spalten: Lokale Bezeichnung, Symbol/Zeichen/Kurzbezeichnung, CAS-Nummer, EG-Nummer, Gefahrstoff, EG-Index-Nummer, Gelagert, Lagerklasse, Lagerort, Lagermenge, Einheit.


3 Anlegen und Bearbeiten eines Stoffs/Analyten

Über das Plus-Symbol legen Sie neue Analyten an. Durch Klick auf eine Zeile öffnen Sie den Datensatz. Nach dem Speichern bleibt der Datensatz im Bearbeitungsmodus – er wechselt erst beim Verlassen und erneutem Aufrufen in den Read-only-Modus.

Hinweis: Pflichtfelder sind rot markiert. Solange Pflichtfelder nicht ausgefüllt sind, ist das Speichern nicht möglich.

3.1 Reiter "Basisdaten"

Die Basisdaten beschreiben den Stoff vollständig mit internationaler Nomenklatur, chemischen Identifikatoren und optionalen Gefahrstoff- und Lagerangaben.

Bezeichnungen:

  • Internationale Bezeichnung – offizieller internationaler Name des Stoffs (z. B. Atrazine)
  • Molekülformel/Kurzzeichen – Summenformel oder Kurzzeichen (z. B. C8H14ClN5)
  • Lokale Bezeichnung – lokaler oder IUPAC-Name in der Landessprache (z. B. Atrazin)

Chemische Identifikatoren:

  • CAS-Nummer – weltweit eindeutige Stoffnummer des Chemical Abstracts Service
  • EG-Nummer – europäische Stoffnummer gemäß ECHA
  • InChI-Identifier – maschinenlesbarer internationaler chemischer Identifikator
  • SMILES-Code – kompakte maschinenlesbare Darstellung der Molekülstruktur
  • EG-Index-Nummer – Klassifizierungsnummer gemäß CLP-Verordnung (Anhang VI)

Gefahrstoffinformationen:

  • Gefahrstoff (Nein / Ja / Nicht bewertet) – gibt an ob der Stoff als Gefahrstoff eingestuft ist
  • EG-Index-Nummer – erscheint wenn Gefahrstoff = Ja

Lagerangaben (erscheinen wenn "Wird der Stoff/Analyt gelagert?" = Ja):

  • Lagerklasse – Gefahrstofflagerklasse
  • Lagerort – physischer Aufbewahrungsort im Labor
  • Lagermenge – aktuell vorhandene Menge
  • Einheit – Mengeneinheit der Lagerung
  • Bemerkungen/Notizen/Kommentare – Freitext für weitere Hinweise

Rechts neben den Feldern befindet sich ein Datei-Upload-Bereich (max. 10 MB, max. 20 Dateien) – z. B. für Sicherheitsdatenblätter oder Analysenzertifikate.

3.2 Reiter "Spezifische Eigenschaften"

Unter Spezifische Eigenschaften werden physikalische Eigenschaften des Analyten mit konkreten Zahlenwerten hinterlegt – zum Beispiel die Massendichte oder die Molare Masse.

Jede Eigenschaft wird als Messgröße aus dem Modul Messgrößen/Parameter gewählt und mit einem Zahlenwert sowie optionalen Bemerkungen versehen. Die Einheit ergibt sich aus der gewählten Messgröße und ist D-SI-konform hinterlegt.

Diese Eigenschaften sind nicht nur informativer Natur – sie dienen als berechnungsrelevante Parameter im AUDITTRAILS LIMS. Über eine domänenspezifische Formelsprache können Berechnungsfelder in Prüfschritten auf diese Stoffeigenschaften zugreifen. Ein typisches Beispiel: Aus der Molaren Masse einer Reinsubstanz und der ihrer Verbindung lässt sich über normierte Berechnungsverfahren auf die Maximalkonzentration einer Verbindung schließen.

3.3 Reiter "Analytengruppen"

Unter Analytengruppen sehen Sie, welchen Gruppen der Analyt zugeordnet ist – z. B. "Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)". Die Zuordnung erfolgt hier direkt über das Plus-Symbol. Analytengruppen werden im Modul Stoffe-/Analytengruppen als Stammdaten angelegt.


4 Querverbindungen

  • Messgrößen/Parameter – spezifische Eigenschaften referenzieren Einheiten aus diesem Modul
  • Stoffe-/Analytengruppen – thematische Gruppierung von Analyten
  • Prüf-/Untersuchungsverfahren – Analyten werden im Prüfschritt mit Messgröße, Matrix und Verfahren kombiniert
  • Prüfgegenstände/Matrizes – definiert das Medium, in dem der Analyt untersucht wird

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