1 Zweck des Moduls "Kalibrierdefinitionen"
Das Modul "Kalibrierdefinitionen" ist das Stammdatenmodul für alle messtechnischen Anforderungen an Einrichtungen. Eine Kalibrierdefinition beschreibt vollständig, wie eine Einrichtung kalibriert werden muss: welche Messgrößen, welche Messbereiche, welche Kalibrierpunkte und mit welchen Toleranzen.
Die Analogie zum Kompetenzmanagement ist direkt: Wie die Qualifikation die dokumentierte Anforderung an einen Mitarbeiter ist, so ist die Kalibrierdefinition die dokumentierte, verfahrensbezogene Anforderung an eine Einrichtung. Ohne eine zugeordnete Kalibrierdefinition können an einer Einrichtung keine Kalibrieraufzeichnungen vorgenommen werden.
Eine Kalibrierdefinition kann mehreren gleichartigen Einrichtungen zugeordnet werden – z. B. wird eine Definition "Messschieber nach VDI/VDE/DGQ 2618 Blatt 9.1" für alle Messschieber desselben Typs im Unternehmen verwendet.
Das Modul adressiert die Anforderungen der ISO/IEC 17025 (Kapitel 6.4), der ISO 15189 (Kapitel 6.4) sowie der ISO/IEC 27001 an die Lenkung von Ressourcen.
2 Übersicht "Kalibrierdefinitionen"
Zur Übersicht aller Kalibrierdefinitionen navigieren Sie im Hauptmenü über Ressourcen → Kalibrierdefinitionen.
Die Listenansicht zeigt alle angelegten Definitionen mit Bezeichnung, Erstellt am, Typ der Kalibrierung, Erstellt von und Intervall. Ein Klick auf eine Zeile öffnet den Datensatz.
3 Anlegen einer Kalibrierdefinition
Sofern Sie die entsprechende Berechtigung besitzen, legen Sie eine neue Kalibrierdefinition über das Plus-Symbol oben rechts in der Listenansicht an.
Die Basisdaten enthalten folgende Felder:
| Feld | Hinweis |
|---|---|
| Bezeichnung | Name der Definition, z. B. "Kalibrierdefinition Messschieber nach VDI/VDE/DGQ 2618 Blatt 9.1" |
| Beschreibung | Freitext zur Definition |
| Typ der Kalibrierung | Dropdown, z. B. "externe rückführbare Kalibrierung" |
| Periodische Kalibrierung erforderlich | Ja / Nein / Nicht bewertet |
| Intervall | Kalibrierintervall, z. B. "1 Jahr" |
| Erinnerung | Vorlaufzeit für die Erinnerung vor Fälligkeit, z. B. "30 Tage" |
Hinweis: Pflichtfelder sind im Formular entsprechend gekennzeichnet. Solange Pflichtfelder nicht befüllt sind, ist das Speichern nicht möglich.
Nach dem Speichern bleibt der Datensatz im Bearbeitungsmodus. Er wechselt erst beim Verlassen der Seite oder beim erneuten Aufrufen in den Read-only-Modus.
4 Reiter im Kalibrierdefinitions-Datensatz
4.1 Basisdaten
Alle oben beschriebenen Felder zur Definition des Kalibrierverfahrens.
4.2 Messgröße & Messbereich
Hier wird das vollständige Kalibrieranforderungsprofil der Einrichtung spezifiziert. Pro Kalibrierdefinition können mehrere Messbereiche angelegt werden – z. B. Außenmessung (außen), Außenmessung (mitte), Innenmessung, Tiefenmessung, Stufenmessung.
Jeder Messbereich enthält:
- Beschreibung – Name des Messbereichs
- Messgröße – z. B. Länge [mm]
- Kalibrierpunkte – eine Liste von Messpunkten mit Index, Messgröße, Nennwert, Einheit, unterem Grenzwert und oberem Grenzwert
Diese Kalibrierpunkte bilden die Grundlage für die spätere Bewertung der Kalibrierergebnisse an der Einrichtung: Liegt ein eingetragener Istwert innerhalb der definierten Grenzwerte, wird der Messpunkt als i.O. bewertet.
4.3 Einrichtungen
Zeigt alle Einrichtungen, denen diese Kalibrierdefinition zugeordnet ist – mit allen wesentlichen Stammdaten in der Übersicht (Name, Equipment ID, Seriennummer, Hersteller, Inventarnummer etc.). Rein lesende Ansicht – die Zuordnung erfolgt am Einrichtungs-Datensatz.
5 Verwandte Module
- Einrichtungen – Kalibrierdefinitionen werden Einrichtungen zugeordnet und ermöglichen dort die Kalibrieraufzeichnung und Regelkartenauswertung.
- Zwischenprüfungen & Wartungen – Analoges Stammdatenmodul für Zwischenprüfungs- und Wartungsanforderungen.
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